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Vom Schloss aus sind es zu Fuß knapp
10 Minuten zum jüdischen Friedhof. Am einfachsten zu finden ist der
Weg, wenn wir durch das Tor aus dem Schlossgarten herausgehen, dann links
an der Schlossmauer entlang die Schlossstraße einschlagen. Vorbei an
einem restaurierten Brunnen biegen wir nach der Linkskurve der Schlossstraße
gleich rechts in die Sportplatzstraße ein. Wir folgen den Schildern
„Friedhof". Nach kurzer Strecke biegen wir an der ersten Kreuzung rechts
ein auf den Zufahrtsweg zum neuen Friedhof. Dieser Weg steigt nach einer
Kurve etwas an und führt uns zum Haupteingang des neuen Friedhofs. Wir
gehen geradeaus durch den Friedhof hindurch und verlassen ihn durch den Hinterausgang.
Nun stehen wir genau vor dem jüdischen Friedhof.
Wer den Weg mit dem Auto fahren will, verlässt Schmieheim über die Dorfstraße, biegt beim Ortsausgang auf die Kreisstraße nach links Richtung Wallburg ein. Nach ca. 500 m liegt der jüdische Friedhof links direkt an der Kreisstraße. Parkplätze finden sich, wenn man direkt vor dem Friedhof links den steilen Weg hinauffährt. Das Betreten des Friedhofs ist nur bei einer bei der jüdischen gemeinde angemeldeten Führung möglich. Wir besichtigen den Friedhof deshalb durch einen Gang entlang der Mauer von außen. |
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| Der Schmieheimer Judenfriedhof wurde von den jüdischen Gemeinden
der Region (Altdorf, Ettenheim, Friesenheim, Kippenheim, Lahr, Nonnenweier,
Orschweier, Rust und Schmieheim) gemeinsam getragen, er war also ein Verbandsfriedhof.
Vor der Einrichtung des jüdischen Friedhofs in Freiburg wurden auch von
dort Tote in Schmieheim beigesetzt. Die israelitische Gemeinde Nonnenweier
löste sich um 1880 aus dem Friedhofsverband Schmieheim und legte einen
eigenen Friedhof an. Die Diersburger Juden besaßen schon seit 1773 eine
eigene Begräbnisstätte.
1933 kam es zu Beginn der NS-Zeit zu ersten Schändungen des Friedhofs. In der Zeit der Verfolgung im Dritten Reich war es ab 1938 kaum mehr möglich, einen Grabstein anfertigen zu lassen, so daß einige Gräber ohne Stein blieben und heute nicht mehr zu identifizieren sind. In den Pogromtagen im November 1938 wurde die Leichenhalle in Brand gesteckt, viele Grabsteine wurden umgestoßen. Der Brand wurde vom damaligen Ortspfarrer Schloer und anderen Schmieheimer Bürgern gelöscht. Dennoch wurde die Leichenhalle zerstört. Nach Kriegsende stellten Schmieheimer Bürger - von der französischen Militärverwaltung aufgefordert - die umgeworfenen Grabsteine wieder auf. Bis in unsere Zeit hinein kam es immer wieder zu Grabschändungen, die Täter konnten jedoch meist nicht ermittelt werden. Die Pflege des Friedhofs liegt nun in den Händen der Kommune Kippenheim-Schmieheim. Da die Grabpflege wie auf christlichen Friedhöfen in der jüdischen Tradition nicht üblich ist, wächst zwischen den Gräbern Gras, das lediglich regelmäßig gemäht wird. Weil die Juden auf die leibliche Auferstehung hoffen, werden alte Gräber aber nicht abgeräumt, sondern werden dem allmählichen Verfall überlassen und verbinden sich mit der Zeit mit der Erde. So sind einige der älteren Grabsteine bereits nicht mehr vorhanden.
Weitere Informationen über den jüdischen Friedhof in Schmieheim finden sich auf den Seiten den Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V. |
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| März 2003 verantwortlich: Matthias Kreplin |